Warum Googles FLoC gescheitert ist: Aufstieg und Fall des Federated Learning of Cohorts
Warum Googles FLoC gescheitert ist: Aufstieg und Fall des Federated Learning of Cohorts
TL;DR — Kurzantwort
1 Min. LesezeitGoogles FLoC und die Topics API sind beide gescheitert, weil etwas weniger invasives Tracking immer noch im Widerspruch zu echtem Datenschutz steht. Chrome bleibt der einzige große Browser, der Third-Party-Cookies standardmäßig akzeptiert.
Googles Federated Learning of Cohorts (FLoC) wurde als datenschutzfreundliche Alternative zu Third-Party-Cookies vorgeschlagen. Statt einzelne Nutzer zu verfolgen, sollte FLoC Nutzer anhand ihres Surfverhaltens in Kohorten gruppieren und Werbetreibenden ermöglichen, diese Gruppen gezielt anzusprechen. Der Vorschlag stieß auf breite Ablehnung.
Warum FLoC abgelehnt wurde
Datenschützer wiesen darauf hin, dass Kohorten-IDs weiterhin für Fingerprinting und seitenübergreifendes Tracking verwendet werden könnten. Interessenbasierte Kohorten könnten sensible Informationen über Gesundheitszustand, politische Überzeugungen oder sexuelle Orientierung der Nutzer preisgeben. Browser außer Chrome weigerten sich, FLoC zu implementieren, und Datenschutzorganisationen, Regulierungsbehörden und sogar andere Werbeunternehmen lehnten es ab.
Der Ersatz: Topics API
Nach dem Scheitern von FLoC schlug Google die Topics API als Ersatz vor. Statt Kohorten ordnet Topics den Nutzern breite Interessenkategorien basierend auf ihrem aktuellen Surfverhalten zu. Obwohl weniger granular als FLoC, wurde Topics ähnlich dafür kritisiert, sensible Informationen preisgeben und missbraucht werden zu können.
Das Ergebnis
Beide Privacy-Sandbox-Vorschläge fanden keine Akzeptanz, und Google gab letztlich seinen Plan auf, Third-Party-Cookies vollständig abzuschaffen. Chrome bleibt der einzige große Browser, der Third-Party-Cookies standardmäßig akzeptiert, während Safari, Firefox und Brave sie seit Jahren blockieren.
Die Lehre
Die FLoC-Saga zeigt die grundlegende Schwierigkeit, invasives Tracking durch etwas weniger invasives Tracking zu ersetzen. Die Versuche der Werbebranche, datenschutzkompatible Tracking-Mechanismen zu finden, sind wiederholt gescheitert, weil das zugrundeliegende Ziel -- die Überwachung des Nutzerverhaltens für Werbezwecke -- im Widerspruch zu echtem Datenschutz steht.
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