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Warum kleine Online-Unternehmer wie Feinde behandelt werden

Warum kleine Online-Unternehmer wie Feinde behandelt werden

Flowsery Team
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2 Min. Lesezeit

TL;DR — Kurzantwort

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Kleine Online-Unternehmer sehen sich wachsender Feindseligkeit von Verbrauchern gegenuber, die jeglichen digitalen Handel als betrugerisch behandeln -- das schadet seriosen Unternehmen, wahrend es auf tatsachliche Betruger keinerlei Wirkung hat.

Ein beunruhigender Trend hat sich entwickelt: Kleine Unternehmer, die Produkte online verkaufen, werden zunehmend als Feinde abgestempelt. Die scheinbare Logik ist, dass jeder, der etwas online verkauft, dasselbe tun muss, weil einige Menschen im Internet schlechte Praktiken anwenden -- Produkte ubermassig bewerben, Ruckerstattungen unmoglich machen.

Kleine Unternehmer, die E-Mails an freiwillige Abonnenten senden, die Produkte in sozialen Medien erwahnen oder legitime digitale Produkte verkaufen, werden mit echten Betrugern in einen Topf geworfen.

Die realen Konsequenzen

Hier geht es nicht nur um verletzte Gefuhle. Es gibt greifbare Konsequenzen, wenn man standardmassig als betrugerisch behandelt wird.

Ein Unternehmer erhielt eine Warnung von seinem E-Mail-Dienstanbieter, dass eine Willkommens-E-Mail zu viele Missbrauchsbeschwerden hatte. Menschen hatten sich freiwillig fur die Mailingliste angemeldet, die Willkommens-E-Mail erhalten und sie als Spam markiert -- obwohl Spam per Definition unverlangte E-Mail bedeutet. Die Willkommens-E-Mail, die weithin als kreativ und einzigartig gelobt worden war, musste von Personlichkeit, Humor und Stimme befreit werden, um die Beschwerderate auf null zu bringen. Das Abonnenten-Erlebnis wurde geschmalert, weil es so sein musste.

Ein weiteres haufiges Problem ist, dass Kunden Kreditkartenstreitigkeiten oder Betrugsmeldungen fur legitime digitale Kaufe einreichen, anstatt einfach eine Ruckerstattung zu beantragen. Die meisten kleinen Unternehmer haben unkomplizierte Ruckerstattungsrichtlinien: Wenn Sie nicht wollen, wofur Sie bezahlt haben, erhalten Sie Ihr Geld innerhalb von 30 Tagen zuruck, ohne Fragen. Aber anstatt zu fragen, reichen manche Kaufer direkt Streitigkeiten ein, was den Ruf des Unternehmens bei Zahlungsabwicklern wie Stripe und PayPal schadigt und erhebliche Zeit und Energie zur Losung erfordert.

Die emotionale Belastung

Die emotionale Belastung ist erheblich. Jeder Inhalt -- jeder Witz, jede Spur von Sarkasmus, jeder Ausdruck authentischer Personlichkeit -- durchlauft einen erschopfenden Filter: Wird das eine negative Reaktion auslosen? Wird das eine Beschwerde erzeugen? Der Bearbeitungsprozess vor der Veroffentlichung eines einzigen Wortes umfasst Schreiben, Reaktionen abwagen, Anpassen, Zweifeln und erneutes Anpassen.

Diese Selbstzensur bedeutet, dass das Publikum verwasserte, sterilisierte Inhalte erhalt, anstatt die authentische Stimme, die sie ursprunglich angezogen hat.

Gute Unternehmen am Start hindern

Manche angehenden Unternehmer nennen die Angst vor negativen Reaktionen als Hauptgrund, warum sie nie ein Online-Business grunden. Sie wollen nicht damit umgehen, als betrugerisch behandelt zu werden, nur weil sie etwas im Internet erstellen und verkaufen.

Die Ironie ist offensichtlich: Tatsachliche Betruger und Spammer machen sich daruber uberhaupt keine Sorgen. Die Haltung "alle Online-Unternehmen sind bose" verhindert nur, dass seriose Unternehmen starten, wahrend sie auf schlechte Akteure keinerlei Wirkung hat.

Das grossere Problem

Anzunehmen, dass jemand, der seinen Lebensunterhalt online verdient, automatisch ein Betruger ist, ist unvernunftig. Naturlich gibt es schlechte Akteure, aber eine ausserordentliche Anzahl von Menschen leistet hervorragende Arbeit und bietet echten Mehrwert zu einem fairen Preis. Verkaufen ist kein Spammen. Seinen Lebensunterhalt online zu verdienen und dabei Kunden und Zielgruppen aufrichtig zu berucksichtigen, ist nicht verwerflich.

Grosse Konzerne demonstrieren selten die menschliche Note, die kleine Unternehmen in ihre Arbeit einbringen, dennoch tragen kleine Betreiber unverhalnismassig die Last der Verbraucherfeindseligkeit.

Nichts davon schmalert die vielen Menschen, die sich positiv und unterstutzend engagieren. Aber wenn sich jemand freiwillig fur eine E-Mail-Liste anmeldet oder ein Produkt kauft, sollte die erste Reaktion auf Unzufriedenheit nicht die nukleare Option von Betrugsmeldungen und Spam-Beschwerden sein. Ein Klick auf Abbestellen oder eine Ruckerstattungsanfrage erreicht dasselbe Ziel, ohne die Existenzgrundlage eines kleinen Unternehmers zu schadigen.

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