Metas gezielte Werbung als nicht DSGVO-konform eingestuft
Metas gezielte Werbung als nicht DSGVO-konform eingestuft
TL;DR — Kurzantwort
1 Min. LesezeitEU-Regulierungsbehörden verhängten ein Bußgeld von 390 Millionen EUR gegen Meta wegen gezielter Werbung ohne gültige Einwilligung und stellten klar, dass Social-Media-Plattformen Ad-Tracking nicht als vertraglich notwendig deklarieren können.
Metas gezielte Werbung als nicht DSGVO-konform eingestuft
Europäische Regulierungsbehörden entschieden, dass Meta ohne Einholung einer gültigen Nutzereinwilligung keine gezielte Werbung schalten darf, und lehnten damit die Behauptung des Unternehmens ab, Werbung sei für die Erfüllung seines Vertrags mit den Nutzern notwendig.
Das Problem der Rechtsgrundlage
Meta hatte sich auf "Vertragserfüllung" als Rechtsgrundlage für die Verarbeitung personenbezogener Daten für gezielte Werbung gestützt und argumentiert, personalisierte Werbung sei ein wesentlicher Bestandteil des Social-Media-Dienstes. Die irische DPC, geleitet vom Europäischen Datenschutzausschuss, lehnte dieses Argument ab. Gezielte Werbung ist für die Bereitstellung eines Social-Media-Dienstes nicht notwendig und erfordert daher eine andere Rechtsgrundlage -- in der Praxis die Einwilligung.
Die Auswirkungen
Dieses Urteil zwang Meta dazu, grundlegend zu überdenken, wie es in Europa operiert. Das Unternehmen muss entweder eine gültige Einwilligung für gezielte Werbung einholen (was viele Nutzer ablehnen würden) oder alternative Umsatzmodelle finden. Die Gesamtbußgelder für diese Verstöße erreichten 390 Millionen EUR.
Branchenweite Auswirkungen
Das Urteil stellt klar, dass Social-Media-Plattformen und andere kostenlose Dienste überwachungsbasierte Werbung nicht als notwendigen Bestandteil ihres Dienstleistungsvertrags beanspruchen können. Jede Plattform, die auf ähnliche rechtliche Argumentation setzt, sollte ihre Position neu bewerten.
War dieser Artikel hilfreich?
Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!
Bevor Sie gehen...
Verwandte Artikel
Metas Zahlen-oder-Einwilligen-Modell unter regulatorischer Prüfung in Europa
Metas kostenpflichtiges Abonnement als Alternative zum Ad-Tracking steht vor regulatorischen Herausforderungen. Erfahren Sie, warum 'Zahlen oder verfolgt werden'-Modelle die DSGVO-Einwilligungsanforderungen verletzen könnten.
Warum Meta in Europa vor existenziellen regulatorischen Herausforderungen steht
Das CJEU-Bundeskartellamt-Urteil in Kombination mit angesammelten DSGVO-Durchsetzungsmaßnahmen schafft beispiellose Bedrohungen für Metas europäische Geschäftstätigkeit und verbindet Wettbewerbsrecht mit Datenschutz.
Meta erhält 102 Millionen Dollar Strafe für Speicherung von Passwörtern im Klartext
Die irische DPC verhängte ein Bußgeld von 102 Millionen Dollar gegen Meta, nachdem entdeckt wurde, dass bis zu 600 Millionen Nutzerpasswörter seit 2012 unverschlüsselt gespeichert waren. Erfahren Sie mehr über die DSGVO-Verstöße und die Lehren für alle Organisationen.