Brancheneinblicke

Das Argument für ein Verbot überwachungsbasierter Werbung

Das Argument für ein Verbot überwachungsbasierter Werbung

Flowsery Team
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2 Min. Lesezeit

TL;DR — Kurzantwort

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Datenschutzorientierte Technologieunternehmen haben einen gemeinsamen Brief an Regulierungsbehörden gesendet und ein Verbot überwachungsbasierter Werbung gefordert -- und bewiesen, dass profitable Unternehmen auch ohne Ausbeutung von Nutzerdaten funktionieren.

Im Jahr 2021 veröffentlichte der norwegische Verbraucherrat einen Bericht, der Regulierungsbehörden aufforderte, überwachungsbasierte Werbung zu verbieten. Daraufhin sandte eine Koalition datenschutzorientierter Technologieunternehmen einen gemeinsamen Brief an EU- und US-Regulierungsbehörden und forderte gesetzgeberische Maßnahmen.

Der Brief repräsentiert eine wachsende Bewegung unter Unternehmen, die bewiesen haben, dass Profitabilität ohne invasive Datenerfassung möglich ist. Diese Unternehmen beweisen, dass digitaler Datenschutz und nachhaltige Geschäftsmodelle sich nicht gegenseitig ausschließen.

Der offene Brief an Regulierungsbehörden

Überwachungsbasierte Werbung durchdringt das moderne Internet und verursacht ernste Probleme für Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen.

Am 23. Juni forderte eine breite Koalition aus Verbraucherschutzorganisationen, Bürgerrechtsgruppen, NGOs, Akademikern, Forschern und Datenschutzaktivisten die Regulierungsbehörden auf, invasive, datenschutzfeindliche Werbepraktiken zu beenden.

In der EU forderte die Koalition die Regulierungsbehörden auf, ein Verbot überwachungsbasierter Werbung als Teil des Digital Services Act in Betracht zu ziehen. In den USA drängten sie den Gesetzgeber, umfassende Datenschutzgesetze zu erlassen.

Eine Gruppe von Unternehmen schloss sich der Initiative an und demonstrierte in der täglichen Praxis, dass profitable Unternehmen funktionieren können, ohne die individuelle Privatsphäre auszubeuten.

Über die offensichtlichen Datenschutzbedenken hinaus schadet überwachungsbasierte Werbung auch dem Wettbewerb. In diesem Modell verschaffen sich einige wenige dominante Akteure unfaire Vorteile, indem sie Daten über Websites und Dienste hinweg sammeln. Plattformmonopole können ihre Positionen missbrauchen, indem sie ihre eigenen Produkte bevorzugen.

Diese Praktiken untergraben den Wettbewerb und leiten Einnahmen von Content-Erstellern um. Wettbewerbswidriges Verhalten festigt dominante Akteure, während komplexe Werbe-Lieferketten und ineffektive Targeting-Technologien die Rendite für Werbetreibende und Publisher schmälern.

Verbraucher haben Schwierigkeiten, im digitalen Bereich zwischen verantwortungsvollen und unverantwortlichen Unternehmen zu unterscheiden, was bedeutet, dass seriöse Unternehmen -- darunter viele kleine und mittlere Betriebe -- direkt unter den Handlungen skrupelloser Akteure leiden.

Dies schadet Verbrauchern und Unternehmen gleichermaßen und kann die Grundlagen der Demokratie untergraben.

Werbung bleibt zwar eine wichtige Einnahmequelle für Content-Ersteller und Publisher, doch diese Tatsache rechtfertigt nicht die massive kommerzielle Überwachungsinfrastruktur, die aufgebaut wurde, um "die richtige Anzeige der richtigen Person zu zeigen".

Alternative Werbetechnologien existieren, die nicht auf der Ausspionierung von Verbrauchern basieren. Diese Modelle können eingesetzt werden, ohne die Einnahmen wesentlich zu reduzieren. Tatsächlich gedeihen viele Unternehmen gerade deshalb, weil sie datenschutzinvasive Praktiken ablehnen.

Unterzeichner des Briefes

Der Brief wurde von 14 Technologieunternehmen mitunterzeichnet:

  1. Vivaldi Technologies
  2. Fastmail
  3. Proton Technologies
  4. Tutanota
  5. DuckDuckGo
  6. Disconnect
  7. Mojeek
  8. Ecosia
  9. Startpage
  10. Nextcloud
  11. Kobler
  12. Strossle International
  13. Mailfence
  14. Verschiedene datenschutzorientierte Analytics-Unternehmen

Warum das wichtig ist

Datenschutzorientierte Unternehmen demonstrieren, dass nachhaltiges Wachstum nicht den Verkauf von Nutzerdaten an Werbenetzwerke oder Datenhändler erfordert. Das Geschäftsmodell ist einfach: einen fairen Preis für Software verlangen und niemals beim Datenschutz Kompromisse machen.

Da Regulierungsbehörden weltweit den Überwachungskapitalismus weiter unter die Lupe nehmen, wächst die Dynamik für ein Verbot dieser Praktiken. Website-Betreiber, die datenschutzfreundliche Analytics-Tools wählen, positionieren sich auf der richtigen Seite dieser regulatorischen Wende und schützen gleichzeitig ihre Besucher vor der Reichweite datenhungriger Werbenetzwerke.

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